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Der Morgen, bevor Luca gehen muss

Es ist Samstagmorgen und die Stimmung in unserer Familie mehr als gedrückt. Claudia und ich haben die Nacht wahrlich nicht gut geschlafen.

Ist ja aber auch kein Wunder. Claudia hat die Katzen trotz ihrer Katzenallergie im Laufe der letzten Jahre sehr in ihr Herz geschlossen. Außerdem weiß sie sicherlich ganz genau, wie ich mich nun fühlen muss.

Immerhin habe ich während meiner noch aktiven ehrenamtlichen Zeit beim Frankfurter Katzenschutzverein e.V. miterlebt, wie Luca dort geboren wurde. Ich habe gesehen wie er dort größer wurde, wie er mit seinen Geschwistern in der Mutter-mit-Kind-Station spielte und wie er sich rotzfrech auf einem kleinen Sofa über seine dort bereits liegenden Geschwister legte. Ich habe ihn mit 12 Wochen aus dem Katzenheim zu uns nach Hause geholt und miterlebt, wie Adolfino zunächst nicht wußte, wie er mit diesem kleinen Kerl umgehen soll. Ich habe miterlebt, wie sich die beiden dann anfreundeten, wie sie gemeinsam auf eine Toilette gegangen sind, wie sie miteinander gespielt und auch manchmal miteinander spielerisch gerauft haben. Und ich habe ihrem vorherigen Frauchen Doris noch kurz vor ihrem Tod 2006 versprochen, dass ich mich immer um die 3 Katzen kümmern werde.

Zunächst einmal ist wieder alles so wie immer. Luca und Caruso begrüßen mich schon beim Öffnen der Tür zum Treppenhaus. Adolfino bleibt dahinter sitzen und geht nur nach Aufforderung durch mich hinaus in Treppenhaus, rennt fauchend an Luca und Caruso vorbei und Luca ihm hinterher.

Wie immer, werden die Katzen zunächst von mir abgefüttert und danach kontrolliere und säubere ich die Katzentoiletten. Währenddessen drehen die 3 Kater schon ihre erste Runde über die Terrasse, wobei Adolfino wie immer anfängt zu fauchen, sobald Luca in seine Nähe kommt.

Nach der ersten Tasse Kaffee und der ersten Zigarette auf der Terrasse komme ich wieder in das Wohnzimmer hinein und verspüre wieder diesen strengen Markiergeruch in der Nase. Ich versuche diesen Geruch zu lokalisieren und werde in der Ecke über der Couch fündig. Es hilft nichts mehr, sich hier noch aufzuregen. Wir haben eine Entscheidung getroffen und diese müssen wir jetzt umsetzen. Vielleicht wird ja dann alles anders!? Reinigen werde ich das erst, wenn wir nach Lucas Weggabe wieder zu Hause sind.

Als Marco aufgestanden ist, kommt er sofort nach unten in unseren Wohn-/Eßbereich und fragt mich, ob Luca noch da ist. Dann fragt er mich, ob er den Katzen etwas “Süßes” geben darf. Das erlaube ich ihm natürlich und er greift sich die große Tupperbox, in welcher sich die Leckerlies für die Katzen befinden. Einmal von Marco kreftig geschüttelt, hebt sich der Deckel der Box und schwups liegt der komplette Küchenboden mit Leckerlies voll. Die 3 Kater stürzen sich sofort darauf. Nur Adolfino ist wieder mal sehr zurückhaltend und läßt sich das Trockenfutter lieber von Marco vor die Nase setzen.

Danach machen sich Adolfino und Caruso wieder zurück auf die Terrasse und Luca begibt sich in seinen Lieblingskorb, der im Arbeitszimmer im 1. OG steht. Als ich dann einige Zeit später am Schreibtisch sitze, kommt Luca auf diesen gesprungen und läßt sich von mir durchkraulen. Marco kommt dazu und meint, dass er noch ein paar Fotos von Luca vor seinem Abschied machen möchte. Schnell holt er seinen Fotoapparat und knipst ein paar Fotos von Luca und mir.

Auch ich mache danach die wohl letzten Aufnahmen von Luca, der auf einmal sehr ruhig wird und scheinbar ahnt, dass heute etwas mit ihm geschehen wird.

Um 09:00 Uhr wird Marco von seinem Vater abgeholt. Er wird Luca nie wieder sehen 🙁

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